Schulstart: Dein Kind muss nicht funktionieren wie die anderen

Nächste Woche beginnt in Bayern wieder die Schule. Für manche Kinder ist das ein freudiger Neustart, andere wären am liebsten noch ein paar Wochen in den Ferien geblieben. Und für einige beginnt jetzt wieder eine Zeit, die jeden Tag viel Kraft kostet.
Als Eltern schauen wir schnell darauf, was ein Kind können sollte. Es soll morgens aufstehen, pünktlich sein, sich konzentrieren, stillsitzen, mit anderen Kindern zurechtkommen, Hausaufgaben machen und möglichst motiviert durch den Schulalltag gehen.
Aber Kinder sind verschieden. Und genau darin liegt für mich einer der wichtigsten Schlüssel, wenn wir sie gut durch ihre Schulzeit begleiten wollen.
Nach der Signaturenlehre bringen Kinder unterschiedliche Grundkräfte mit. Das eine Kind braucht Bewegung, um denken zu können. Ein anderes braucht Ruhe. Eines möchte gesehen werden und Verantwortung übernehmen, während ein anderes nach einem langen Schultag erst einmal genug von Menschen hat. Wenn wir das verstehen, müssen wir ein Kind nicht ständig passend machen. Wir können ihm helfen, seinen eigenen Weg durch die Schule zu finden.
Konzentration sieht nicht bei jedem Kind gleich aus
Ein Merkurkind kann beim Lernen zappeln, aufstehen und reden und trotzdem sehr viel aufnehmen. Für dieses Kind kann es sogar hilfreich sein, Vokabeln beim Gehen zu lernen oder den Lernstoff jemandem laut zu erklären.
Mars braucht Bewegung und eine klare Aufgabe. Nach sechs Stunden Schule erst einmal eine Runde rauszugehen, kann wesentlich sinnvoller sein, als sich sofort wieder an den Schreibtisch zu setzen.
Saturn dagegen möchte Ruhe. Wenn er sich in etwas vertieft hat, sollte man ihn möglichst nicht ständig unterbrechen. Und Jupiter braucht häufig den größeren Zusammenhang. Wenn er versteht, wofür er etwas lernt, kann plötzlich eine ganz andere Motivation entstehen.
Wir sollten deshalb nicht nur fragen, ob ein Kind sich konzentrieren kann. Viel interessanter ist die Frage, unter welchen Bedingungen es sich gut konzentrieren kann.
Nach der Schule muss nicht jedes Kind Freunde treffen
Gerade bei älteren Kindern erlebe ich immer wieder, dass Eltern unruhig werden, wenn ihr Kind viel Zeit allein verbringt. „Du könntest dich doch mal mit jemandem treffen.“
Dabei kann genau dieser Rückzug notwendig sein.
Ein Jupiterkind hat möglicherweise nach einem ganzen Schultag schlicht genug von Menschen und ihren Energien. Es braucht Raum, ein gutes Buch oder einfach ein paar Stunden, in denen niemand etwas von ihm möchte. Auch Saturn braucht viel Ruhe zum Verarbeiten.
Ein Mondkind findet seine Erholung vielleicht bei seinem Tier oder draußen in der Natur, während Venus gern in ihrem Zimmer Musik hört, kreativ ist oder einfach träumt.
Für Sonne oder Merkur kann Erholung wiederum völlig anders aussehen. Sonne möchte vielleicht raus, Freiheit erleben und selbst bestimmen, während Merkur durch Bewegung und Austausch auftankt.
Entscheidend ist nicht, ob dein Kind seine Freizeit so verbringt wie andere Kinder. Entscheidend ist, ob ihm seine Art der Erholung guttut.
Wenn ein Kind morgens nicht in die Schule möchte
Das ist ein Thema, das mir aus meiner Praxis besonders am Herzen liegt.
Wenn ein Kind nicht in die Schule möchte, suchen wir verständlicherweise zuerst dort nach dem Problem. Gibt es Schwierigkeiten mit Mitschülern? Leistungsdruck? Mobbing? Angst vor einem Lehrer? Das alles muss natürlich angeschaut werden.
Aber aus meiner Erfahrung liegt der Grund erstaunlich oft auch zu Hause. Manche Kinder haben weniger Angst davor, in die Schule zu gehen, als davor, ihr Zuhause zu verlassen. Vielleicht wird zu Hause viel gestritten. Vielleicht geht es Mama oder Papa gerade nicht gut. Vielleicht spürt das Kind eine Spannung, über die niemand spricht.
Ein Mondkind hört die Misstöne. Die Eltern sagen vielleicht: „Es ist alles gut“, aber die Stimme klingt ganz anders. Das Kind nimmt diesen Widerspruch wahr und kann ihn noch nicht einordnen.
Saturn besitzt eine sehr scharfe Intuition und spürt häufig, dass unter der Oberfläche etwas nicht stimmt. Venus macht sich Sorgen um die Harmonie in der Familie.
Merkur kann das Gefühl entwickeln, dass er sich um jemanden kümmern muss.
Und Mars möchte sein Team beschützen und verteidigen.
Von außen sehen wir vielleicht fünf Kinder, die morgens nicht zur Schule wollen. Innerlich können fünf völlig unterschiedliche Geschichten dahinterstehen.
Deshalb kann eine zusätzliche Frage manchmal eine ganz andere Tür öffnen:
„Gibt es zu Hause jemanden oder etwas, worum du dir Sorgen machst, wenn du nicht da bist?“
Kinder dürfen wissen, dass die Erwachsenen für sich selbst sorgen, loslassen und in sie vertrauen. Sie müssen nicht zu Hause bleiben, um aufzupassen, zu vermitteln, Harmonie herzustellen oder jemanden zu beschützen.
Was braucht mein Kind für das neue Schuljahr?
Vielleicht ist das die schönste Frage, die wir uns zum Schulbeginn stellen können.
Braucht dein Kind mehr Mut, weil es sich wenig zutraut oder sich nicht wehren kann? Dann können wir seine Marskraft stärken.
Braucht es mehr Selbstvertrauen, weil es ständig an sich zweifelt? Hier dürfen wir die Sonne unterstützen und dem Kind echte Erfahrungen ermöglichen, bei denen es merkt, was in ihm steckt.
Braucht es Ruhe und Rückzug, weil der Schulalltag mit all seinen Menschen und Eindrücken viel Kraft kostet? Dann sollten wir diese Zeiten genauso ernst nehmen wie Hausaufgaben und Termine.
Braucht es Geborgenheit, weil gerade vieles neu ist? Oder mehr Struktur und Halt, damit der große Schulberg überschaubar wird?
Es gibt keine Planetenenergie, die für jedes Kind zum Schulstart richtig ist. Wir schauen zuerst auf das Kind.
Kleine Helfer für den Schulalltag
Die sieben Planetenkräfte können wir auch ganz praktisch unterstützen. Farben, Düfte, Kristalle, Pflanzen und andere Naturkräfte werden in der Signaturenlehre seit jeher bestimmten Qualitäten zugeordnet.
Für einen Schulstart, bei dem besonders Mut, Tatkraft, Ausdauer und Durchhaltevermögen gebraucht werden, können wir zum Beispiel mit der Marskraft arbeiten.
Dafür haben wir bei ALKIMIA unter anderem unsere Mars-Aurasprays entwickelt. Dieses kann für ein kleines Ritual verwendet werden: morgens oder vor einer herausfordernden Situation versprühen und dabei ganz bewusst daran denken, welche Aufgabe heute ansteht. Dabei geht es nicht darum, aus einem vorsichtigen Kind plötzlich einen Draufgänger zu machen. Wir unterstützen die Kraft, die es gerade braucht, damit es seinen nächsten Schritt leichter gehen kann. Denn genau darum geht es mir auch bei der Signaturenlehre: Wir müssen unsere Kinder nicht alle gleich machen. Wir dürfen herausfinden, wer da eigentlich vor uns steht. Und vielleicht starten wir dieses Schuljahr deshalb einmal mit einer anderen Frage.
Nicht: „Was muss mein Kind dieses Jahr besser können?“
Sondern: „Was braucht mein Kind, damit es sich auf seine Weise gut entwickeln kann?“




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