Das keltische Fruchtbarkeitsfest Beltane

Liebe, Fruchtbarkeit, Lebenslust



Ein Hochgenuss der Sinnesfreuden erwartet uns mit dem aufkommenden Mai. Alles wächst, der Flieder beginnt zu duften und viele Pflanzen kommen in ihre Hauptblütezeit. So wird der Vollmond im Mai auch „Blumenmond“ genannt (dieses Jahr am 16.05.). Es ist der fruchtbarste Mond des Jahres, der auch starken Einfluss auf unseren Körper nimmt. Wer einen Kinderwunsch hegt, hat hier die besten Chancen. Kinder, die zu dieser Zeit gezeugt wurden, galten als „Glückskinder“ und „Kinder der Götter“, denn symbolisch war es die hohe männliche und weibliche Energie, die hier vereinigt wurde. In der Vergangenheit wurden an diesem Mond Fruchtbarkeitsrituale gefeiert. Die Maien- oder Walpurgistage waren eine fröhliche und lebhafte Zeit, die von feurigen Festen begleitet wurden. Fruchtbarkeit wurde auf die Ackerböden übertragen - ganz im Sinne der freien hemmungslosen Liebe, die auf den Feldern und um die Maifeuer herum bis zum nächsten Sonnenaufgang gelebt wurde. Man nannte den Mai auch „Wunnimonat“, den „Weidemonat“. Das Vieh wurde wieder auf die Felder gebracht und zwischen zwei Walpurgisfeuern hindurch getrieben, um es gegen Krankheit zu wappnen. Es sollte reinigen und Seuchen fernhalten, denn Walpurgis galt als Schutzheilige gegen Pest, Husten und Tollwut. Dieses Brauchtum sorgt als „Hexenfeuer“ noch heute für Missverständnisse. Das Fest Beltaine, oder Beltane, wurde zu Ehren des keltischen Feuergottes Bel (o. Belenus, Belinos, Jack in the Green, Green Man), dem Herrn des Waldes und Gott der Sonne gehalten, der sich liebend mit der Göttin der Erde verband, die in Irland als Brigit, Flora, May Bride oder May Queen bekannt ist. Hierzulande ehrte man Freyrs Werben um die Riesin Gerda. Auch andere göttliche Paare wurden in diesen Festlichkeiten verkörpert. Hierfür erwählte man vielerorts einen Mann und eine Frau (oftmals heidnische Priester), die diese göttliche männliche und weibliche Schöpferkraft symbolisierten und auf den Feldern eine heilige Hochzeit feierten. Der heutige Brauch des Maikönigs und der Maikönigin geht hierauf zurück. Der Maibaum aus Birke stand als Phallussymbol für die symbolische Befruchtung von Mutter Erde, die neues Leben hervorbringt (Pfahl und Kranz). Bereits im Mittelalter haben die Dörfer Bäume (vor allem Birke und Weißdorn) mit bunten Bändern geschmückt, oder die Bänder in Tänzen um den Baum herum gewoben. Maiherzen aus Birkenrinde trugen die Namen der Angebeteten oder die Wünsche nach neuer Liebe. Maibäume, Stecken oder Sträucher wurden der Liebsten vor die Tür gestellt. Opfergaben wurden am Fuße des Baumes dargeboten und lockere Bänder mit Wünschen vom Wind davon getragen. Auch das „kleine Volk“ wurde mit Geschenken bedacht, denn wie an Samhain ist der Schleier zu den anderen Welten auch jetzt wieder dünn. Mit Brot und Wein oder anderen Leckereien wurden Feen, Wichtel, Elfen und sonstige kleine Weltenbewohner zum gemeinsamen Feiern eingeladen. Liebespaare, Geschwister, Freunde und all jene, die eine Verbindung eingehen wollten, ließen sich die Hände mit einer Kordel oder Schnur zusammenbinden. Für das nächste Jahr versprachen sie sich die Treue und einen weiteren gemeinsamen Wegabschnitt. Wie bereits zu Ostara üblich sprangen beide zur Bekräftigung des Schwurs über ein Feuer. Noch heute ist das „Handfasting“ als alter Hochzeitsbrauch Teil moderner Trauungszeremonien. Zu Beltane wurden Häuser und Ställe mit Grün, Blumen und Weißdornblüten geschmückt. Vielerorts galt neben dem Blumenmond auch die erste Weißdornblüte als Beginn der Festlichkeiten. Mit der Christianisierung wurde als kalendarischer Termin der 1. Mai festgelegt.


Wer es bisher noch nicht getan hat, darf nun endgültig aus seinem Schneckenhaus heraus finden. Begleitet von der Geselligkeit des Jupiters werden wir sichtbar und finden Lebensfreude in der Gemeinschaft mit anderen Menschen. Doch vergessen wir dabei auch die Selbstliebe nicht. Nur in der vollen Achtsamkeit für uns selbst können wir das Männliche und Weibliche Prinzip in uns harmonisch ausbalancieren.


In der modernen Phantastik gehören Walpurgisnacht und Beltane zusammen. Die Feierlichkeit