Saturn und Imbolc - Stille, Rückbindung und Neuanfang


Mit dem Ende der Rauhnächte ist für uns der letzte große Abschnitt des Saturnjahrs angebrochen, das uns noch bis zur Frühjahrstag- und Nachtgleiche begleitet. Lenken wir unseren Blick weg von der allgemeinen Unruhe, halten einen Moment inne und lauschen in die Natur hinein, dann begrüßt uns der Saturn im Januar mit einer eisigen ruhigen Klarheit.


Zeit der Stille und der Rückbindung an die Natur

Deutlicher denn je haben wir in den vergangenen Monaten zu spüren bekommen, wie weit wir uns von unserer Natur, ihrem Rhythmus und ihrer Magie entfernt haben. Uralte verborgene Themen kamen an die Oberfläche, festgefahrene starre Strukturen sind aufgebrochen und viele Wege haben sich getrennt. Unser altes Jahr war geprägt von Abschied, Transformation und Übergang. Alles was sich nicht wirklich im Einklang mit unserem Wesen und unseren Herzenswegen befindet, wurde sichtbar und spürbar. Besonders durchgesetzt hat sich ein starker Aspekt des Saturns: Unser Verstand, der nach Lösungen sucht. So wurde auch die besinnliche Zeit der vergangenen Wochen weniger meditativ, als vielmehr „verkopft“ erlebt. Doch mit dem Geschenk vieler gedanklicher Eingebungen. Neue Ideen, neue Ansätze und neue Wege, die zuvor nicht sichtbar waren, gelangen ganz intuitiv in unser Bewusstsein. Auch jetzt noch darf vieles gesehen und verabschiedet werden. Wir dürfen in unsere Ruhe finden wie der Samen unter der Schneedecke. In unsere Träume fühlen und das Potenzial ergründen, das in uns schlummert. Was möchte im neuen großen Zyklus wachsen? So erneuern wir uns, sammeln Kraft für das kommende Wachstum und verwandeln alles, was seinen Abschied nahm, in frische Lebensenergie. Alles was wir suchen, tragen wir schon von Anfang an in uns. Und nur wenn wir unsere ureigene Natur mit der Natur in den Einklang bringen, können wir gesund und kraftvoll unser Wesen entfalten.

So kehren auch wir zu unseren Ursprüngen zurück und werfen einen Blick auf den Jahreskreis unserer Vorfahren, die mit den Rhythmen der Natur noch stark im Einklang lebten. 4 Sonnenfeste und 4 Mondfeste sind uns als gemischtes Brauchtum aus verschiedenen Regionen (keltisch, germanisch, skandinavisch u.v.m.) erhalten geblieben. Alle definieren einen bestimmten Zeitraum, der bestimmte naturgegebene Zeitqualitäten mit sich bringt. Wie erlebten unsere Vorfahren das Ende des Winters und wie können wir gestärkt aus den nächsten Wochen hervorgehen?



IMBOLC – Die Zeit der Reinigung, des neuen Lebens und der Neuorientierung

Als irisch-Keltisches Jahreskreisfest läutet Imbolc den Frühling ein. Noch schlummert unser Samenkorn im Halbschlaf, doch die neuen Lebensgeister werden schon spürbar wacher. Die Tage werden länger, heller und wärmer. Wie schon die Julzeit ehrt auch Imbolc das Licht. Nach "Yule", der „Wiedergeburt des Lichts“, wächst das neue Leben nun aus dem Dunkel heraus… unserem sprossenden Samen gleich… dem immer stärker werdenden Licht entgegen. So wird Imbolc vielerorts auch das „Lichterfest“ genannt. Aus dem altirischen Ursprungs des Namens < imb-folc („Rundum-Waschung“) geht jedoch ein weiterer Aspekt hervor: die Reinigung. Die Vorboten des Frühlings lassen Bewegung in unserem Gemüt aufkeimen. Das steigende Schmelzwasser der Flüsse und Bäche trägt restliches Herbstlaub und Altlasten fort. Winterstürme und gefrorener schwerer Schnee lassen die letzten großen Äste fallen, die doch nicht mehr stark genug waren, dem langen Winter noch Stand zu halten. Die Natur beginnt ihren Frühjahrsputz und es ist auch eine gute Zeit für uns, in unserem Heim und unserem Innerstem klar Schiff zu machen. Ein alter Brauch war es, das Haus mit einem Besen aus Birkenreisig, oder einem „Hexenbesen“ auszukehren (Gemeint ist hier ein Pilzgeflecht, das besonders gern auf Birken wächst.) Das hielt nicht nur das Heim sauber, sondern ebenso Geister und ungebetenen Besuch fern. Die Birke – eine der ersten Frühjahrsboten galt als eng verbunden mit der keltischen Göttin Brigid, die an Imbolc in ihrem Kessel der Verwandlung die Gegensätze Feuer und Wasser vereint. Elementargeister und Fruchtbarkeit entsteigen dem Schoß der Erde. Frühlingsgefühle, Harmonie, Vollkommenheit und Inspiration schenkt sie den Menschen. „Die Strahlende“ ist eine Göttin der heiligen Flamme und der Heilkunst, aber auch in der Kunst des Schmiedens und Dichtens bewandert. Mit ihrem Wissen um Pflanzen und dem Wasser ihrer heiligen Quelle, bringt die „Lichtjungfrau“ Heilung zu den Menschen und wurde an Imbolc von den Kelten mit einem Feuerfest begrüßt. In ihrer Seite der an Jul wiedergeborene Sonnengott in Gestalt eines jungen, wilden Bären. Während der Christianisierung wurde das Fest als „Mariä Lichtmess“ übernommen und die Rolle der Brigid auf Maria übertragen. Als „Heilige Brigitte“ wurde die große Göttin jedoch weiter verehrt. So hat das ursprünglich kosmisch ausgerichtete Fest ein festes Datum (in der Nacht vom 1. auf den 2. Februar) gefunden. Zuvor orientierte man sich am Stand der Sonne und des Mondes in ihrem 19 jährigen großen Mondumlauf-Zyklus (der Sarosperiode). Oder ländlich auch einfach